Was können wir vom Hype um die GameStop Aktie für Leadership lernen?

Leadership ist Einfluss – sagt John Maxwell. Dann ist die Erfahrung der letzten Wochen – rund um die GameStop Aktie – nicht nur ein verrücktes Börsenspiel, sondern ein Musterbeispiel von Leadership. 

Leadership is influence.

John C. Maxwell

Damit wir diese Lern-Möglichkeit nicht ungenutzt an uns vorbeiziehen lassen, möchte ich heute kurz reflektieren, was in den letzten Wochen an der amerikanischen Börse passiert ist. Wir werden hoffentlich sehen, warum ich das nicht nur verrückt, sondern bemerkenswert finde.

Was ist mit der GameStop Aktie passiert?

Im September 2019 hat Keith Gill im im Reddit Onlineforum „Wallstreetbets“ eine Investmentidee vorstellt für die er anfangs ausgelacht wurde: Lasst uns GamesStop Aktien kaufen

GameStop ist eine Kette von Ladengeschäften für Computerspiele, Spielkonsolen. etc.; wer kommt im Zeitalter von Onlinehandel auf die Idee, dort zu investieren?

Tatsächlich hatte GameStop in der letzten Zeit einige Probleme. Keith Gill, der in seine Brötchen normalerweise als Finanzanalyst bei einer Versicherung verdient, hat jedoch genauer hingeschaut.

Die Entdeckungen zur GameStop Aktie von Keith Gill:

  1. GameStop war durch die Marktentwicklung zwar herausgefordert, aber die Umsätze und auch der Kontostand des Unternehmens sah trotzdem nicht schlecht aus. Das Unternehmen war an der Börse eher unterbewertet.
  2. Große Hedgefonds hatten Wetten auf einen sinkenden Kurs von GameStop abgeschlossen. Mit sogenannten Leerverkäufen hatten diese Hedgefonds also Aktien verkauft, die sie noch gar nicht besaßen, weil sie davon ausgingen, dass der Kurs sinken würde und sie diese zu einem späteren Zeitpunkt billiger einkaufen könnten als sie diese verkauft hatten. (Eine Praktik, die meiner Meinung nach schon lange verboten gehört!)
  3. Sony und Microsoft würden bald neue Spielkonsolen auf dem Markt bringen, der Aktienkurs von GameStop würde dann infolge besserer Umsätze steigen.

Wie kam es dann zum Börsen Hype?

Gill hatte also seine Hausaufgaben gemacht. Das erzählte er nicht nur seinen Freunden beim Feierabendbier sondern einer riesigen Community von Kleinanlegern im Internet. 

Als eine immer größere Gruppe dieser Kleinanleger seine Strategie umsetzen und GameStop Aktien kauften, kam ein ein Hype in Gang, der den Wert von GameStop um das 40fache ansteigen ließ, Keith Gill zum Millionär machte und milliardenschwere Hedgefonds an den Rand der Insolvenz brachte. Letztere konnten nicht – wie erwartet – billigere Aktien einkaufen, sondern mussten ein vielfaches dafür bezahlen, um ihrer Verpflichtung nachzukommen, die bereits verkauften Aktien auszugeben. Sie waren gefangen. 

Das ermutigte wiederum weitere Kleinanleger auf den Zug aufzuspringen – eine Dynamik, die nur dadurch aufgehalten werden konnte, dass die Anlage-Apps irgendwann den Kauf von GameStop Akten abschalteten. 

Welche Leadership Lektionen stecken in dieser Aktion?

Leadership-Lektionen aus Sage um die GameStop Aktie.

Keith Gill hat seinen Einfluss vergrößert und damit Leadership ausgeübt indem er

  1. mit Hilfe der technologischen Möglichkeiten eine solide Strategie entwickelte; 
  2. eine Vision formulierte (Den Hedgefonds eine Lektion erteilen und dabei reich werden, indem möglichst viele Kleinanleger die GameStop Aktie kaufen);
  3. mutig voran ging – auch als er verlacht wurde;
  4. Fortschritte sichtbar machte und aktiv kommunizierte

Übrigens habe ich bis heute gemischte Gefühle zu der ganzen Sache. Diese Aktion hätte um ein Haar den nächsten Börsencrash ausgelöst und damit jede Menge Existenzen vernichtet. Das ist allerdings eine andere Diskussion. Lasst uns bitte – wie immer – nur das Gute behalten. 

Die Frage der Woche: 

Wie möchtest du die oben genannten Leadership Prinzipien anwenden, um ein Problem in unserer Welt zu lösen? 

Tipp der Woche:

Die ganze GameStop Aktien Geschichte wurde nur möglich, weil es inzwischen Apps zum Handeln an der Börse und Austausch-Plattformen im Internet gibt, wo jeder von uns tausende von Menschen mit seiner Vision erreichen kann. Lasst uns diese Werkzeuge kennenlernen und für Leadership im besten Sinne nutzen. 

Dieser Blog-Artikel ist eine leicht geänderte Version der aktuellen Montags-Mail. 

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Menschen 2020

Unter dem Titel >Menschen 2020< geben wir ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten die Gelegenheit, ihre Geschichte dieses besonderen Jahres zu erzählen.

Kennst du schon unsere aktuelle Videoserie?

Wir können schon jetzt sagen: 2020 war für fast alle von uns ein besonders Jahr. Bei diesen Videos handelt es sich um eine Serie, in der Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten zur Sprache kommen. Was hat dieses Jahr mit uns gemacht? Wie hat es uns beruflich und privat geprägt? Welche Kämpfe haben wir? Gab es auch Schönes? … und welche Gefühle kommen in uns hoch, wenn wir an die Zukunft denken?

Menschen 2020: Oberbürgermeister Wolfgang Dietz aus Weil am Rhein.

Wir haben mit Oberbürgermeister Wolfgang Dietz über seine Erfahrungen und Herausforderungen gesprochen, denen er in diesem Jahr bereits begegnet ist. Wir haben dieses Video bewusst nicht mehr gekürzt (was wir eigentlich vor hatten), weil wir einfach interessant finden, was er zu sagen hat. Es geht um professionelle Aufgaben; Probleme, die es zu lösen gab; aber auch um menschlichen Schmerz und die Solidarität von Kollegen, Bürgern und Mitarbeitern.

Menschen 2020: Chirag Jain der in einem humanitären Unternehmen in Kolkata arbeitet.

Live is always crazy in Kolkata. Chirag Jain (CJ) spricht über die besondere Verrücktheit in 2020. Auf Freeset kannst du mehr über seine Arbeit erfahren. Die Produkten die CJ und sein Team produzieren, findest du bei Made in Freedom.

Menschen 2020: Tim Hollweck Geschäftsführer und Küchenchef eines Restaurants in Eimeldingen.

Tim Hollweck hat in diesem Jahr 2020 den Schritt vom Küchenchef zum Geschäftsführer im Restaurant Sichtwerk in Eimeldingen gemacht. Während er zusammen mit seinem Kollegen Frederik Nieland die Geschäftsführung übernommen hat, kam der Lockdown. Was eigentlich gut geplant war und ein schöner nächster Karriereschritt werden sollte, wurde plötzlich zum Härtetest.


Und weitere werden folgen.

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Hast du noch Ideen, mit wem wir sprechen sollten?

Was sollen denn die Leute denken? Die Architektur des Vertrauens — Teil 11

Jeden Montag schreibe ich eine E-Mail an alle, die regelmäßig Impulse bekommen möchten. Aktuell versuchen wir besser zu verstehen, wie Vertrauen entsteht und wie wir vertrauen aufbauen können. Wenn du am nächsten Montag auch die aktuelle Montagsmail bekommen möchtest, kannst du dich hier dafür anmelden: Zur Montagsmail-Anmeldung.

Und hier kannst du beispielhaft die Montagsmail von 24. August 2o2o lesen:

Deine Offenheit ehre ich wie deinen Mut und Freigebigkeit. 

Johann Wolfgang von Goethe


Hallo lieber Leser,

im Haus herrscht angespannte Stimmung. Die Kinder haben sich in ihre Zimmer zurück gezogen. Die Eltern sitzen am Küchentisch und schweigen sich gegenseitig an. Es ist Montagnachmittag und eigentlich haben heute alle Zeit. Der Vater hatte vorgeschlagen, gemeinsam im Nachbarort ein Eis essen zu gehen. Die Kinder waren begeistert. Die Mutter auch. Doch dann meinte sie: Was sollen denn die Leute denken? … wenn wir am helllichten Tag so gar nichts arbeiten.

Wer – wie ich – auf dem Dorf aufgewachsen ist, kennt diesen Satz nur zu gut. Vermutlich alle von uns – oder bist du einer der Glückspilze, die ihn nicht kennen? Für die meisten von uns ist es heute wahrscheinlich kein Thema (mehr), tagsüber mit der Familie ein Eis zu essen. Ich frage mich aber, ob uns diese Prägung vielleicht doch noch mehr bestimmt, als uns bewusst ist.

Schon länger denke ich darüber nach, welche Rolle Transparenz in der Vertrauensbildung spielt. Was würden deine Kunden denken, wenn sie alles in deinem Unternehmen wüssten? Ehrlich gesagt möchte ich selbst gar nicht alles von meinen Lieferanten wissen. Einige Punkte interessieren mich aber schon.

Was ich wissen möchte:

  • Was kann dieser Lieferant wirklich? Kann er’s?
  • Ist er wirklich bereit, zu tun, was er versprochen hat? Will er’s?
  • Bei stundenweiser Bezahlung: Wie ist die tatsächliche Arbeitszeit?
  • Wenn etwas schief läuft, möchte ich es frühzeitig erfahren und nicht erst selbst herausfinden müssen.

Geschäftspartner, die in der letzten Zeit mein Vertrauen verloren haben, verletzten praktisch immer einen dieser Punkte. Ich frage mich, ob falsche Scham – bedingt durch alte Prägungen – etwas damit zu tun hatte, dass sie mir einen Eindruck vermittelten, der nicht zu den Tatsachen passte.

Transparenz in den entscheidenen Punkten ist vielleicht der wirkungsvollste Pfeiler unserer ganzen Vertrauensarchitektur.

Die Frage der Woche:

Welche Art von Transparenz brauchen deine Kollegen, Kunden, Partner, damit sie dir vertrauen können?

Auch diese Woche wünsche ich dir viel Gelingen beim Gestalten!

Dein

Bereits in dieser Reihe veröffentlichte Montagsmails:

Danke, Jeff Hendricks für das Foto.

Unmotivierte Menschen motivieren – geht das?

Für alle, die wissen wollen, ob man unmotivierte Menschen motivieren kann, aber lieber Videos schauen, als lesen:


Die Kurzantwort auf die Frage in der Überschrift:
Ja, das geht!

Wlodkowski hat es einmal sehr treffend formuliert:

[Tweet “„Es gibt keine unmotivierten Menschen.” – Raymond J. Wlodkowski”]

Und ich glaube tatsächlich, es kommt kaum jemand morgens zur Arbeit mit der Einstellung: „Heute mache ich nur das Minimum. Eigentlich will ich heute schlechte Arbeit abliefern und mich nicht so wirklich anstrengen.“

Denn in den Herzen aller Menschen ist ein Vakuum, das nur darauf wartet, gefüllt zu werden. Und wenn jemand eine Vision in dieses Vakuum hineinlegt, dann kann sich unglaublich viel verändern. Dann wird Energie frei. Dann bekommt eine Bewegung, manchmal eine ganze Nation oder sogar etwas noch viel Größeres eine neue Richtung.

Dafür gibt es ein paar ganz große Beispiele:

Martin Luther King Jr., Gandhi oder auch Obama, der mit seinem “Yes we can“ eine Vision in das Vakuum vieler amerikanischer Herzen hineingelegt hat.

Aktuell legt Greta Thunberg mit Fridays for Future eine Vision in viele Herzen weltweit.

Auf der anderen Seite kennen wir aber auch alle das Gejammer von Managern, die sagen: „Unsere Mitarbeiter lassen sich einfach nicht motivieren.“
Oder Verkäufer höre ich oft sagen: „Die Leute, denen ich unsere Produkte verkaufen möchte, lassen sich einfach nicht zum Kauf motivieren.“
Oder auch Lehrer: „Ich habe unmotivierte Schüler.“
Wenn diese „unmotivierten Schüler“ allerdings nach Hause kommen und einen Fussball in der Ecke sehen, sind sie auf einmal hochmotiviert.

Die Aufgabe von Führungspersönlichkeiten ist es nicht, Menschen zu motivieren. Die sind alle
motiviert! Die Aufgabe von Führungskräften ist es, die Motivation der Menschen in eine gute Richtung zu lenken. Mitarbeiter warten darauf, von ihren Vorgesetzten gezeigt zu bekommen, wie sie sich bei der Arbeit entfalten können und wo die Schönheit ihrer Arbeit liegt.
Wir alle müssen das immer wieder gesagt bekommen – von jemand anderem.

Und auch im Verkauf: Menschen freuen sich, wenn ein Verkäufer ihnen erklärt, welches Problem das angepriesene Produkt in ihrem Leben löst. Wie sie damit ihr Leben wirklich verbessern können.

Und Lehrer können Schülern das größte Geschenk machen, indem sie in ihnen die Freude am
Lernen wecken. Das ist das größte Geschenk, welches ein Lehrer seinen Schülern machen kann. Die Schüler werden es ihm oder ihr ein Leben lang danken.

Lassen Sie uns solche Menschen sein, die die Motivation von anderen in die richtige Richtung
lenken. Damit sie ihr eigenes Leben und das Leben von uns allen positiv beeinflussen.
Lassen Sie uns Menschen sein, die das bewusst und mit voller Absicht tun.
Lassen Sie uns gestalten statt jammern.

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Muss Motivation immer von innen kommen?

Muss Motivation immer von innen kommen?

Es gibt eine ganze Menge Statements, Bücher, etc, die behaupten, dass intrinsische Motivation die beste Motivation sei.

 

Dahinter steckt natürlich ein guter Ansatz: Als Unternehmer oder Führungspersönlichkeit zum Beispiel ist es ungeheuer anstrengend, wenn wir unsere Mitarbeiter/Angestellten immer wieder extrinsisch motivieren müssen.
Doch gleichzeitig verkennen wir etwas Wichtiges, wenn wir uns komplett auf die innere Motivation fokussieren.

 

 

 

Ich möchte Ihnen das anhand von zwei Beispielen erläutern:

1
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden in Berlin Waisenhäuser für die Kriegswaisen gegründet. Die Kinder in diesen Waisenhäusern waren besser mit Kleidung, Wärme und Nahrung versorgt als die anderen Kinder draußen bei ihren Familien. Trotzdem war die Sterblichkeitsrate unter den Waisen sehr hoch. Nachforschungen ergaben, dass diejenigen Waisen, die bis auf die notwendige, äußere Versorgung keine weitere liebevolle Zuwendung erhielten, eher starben. Waisen, die darüber hinaus noch eine Bezugsperson hatten, überlebten eher. Also wurden Frauen angestellt, die sich um die Kinder kümmern sollten. Einfach für sie dasein und mit ihnen spielen. Und siehe da: die Sterblichkeitsrate ging stark zurück. Motivation von außen kann also überlebenswichtig sein.

2
Ein paar Jahre zuvor veränderte ein anderes Beispiel der Motivation von außen die Weltgeschichte: Winston Churchill rief mit seiner Botschaft einer verängstigten Volksseele neuen Mut zu. Die Briten hatten Angst vor Hitler. Churchill machte regelmäßig Ansagen über das Radio. Er rief ihnen zu, dass kommende Generationen rückblickend sagen werden, dass das die beste Zeit für Großbritannien gewesen sein wird. Und er sagte: „Wir werden niemals aufgeben!“ Und es hat funktioniert – die Briten haben neuen Mut gefasst.

Es ist meiner Meinung nach also zu eng, wenn wir sagen, Motivation muss immer von innen heraus kommen. Wir können andere Menschen auch von außen motivieren. Und oft genug brauchen wir auch selbst jemanden, der uns motiviert.

Was können wir aus diesen zwei Beispielen lernen?

Von den Frauen in den Waisenhäusern lernen wir: Beziehung ist motivierend. Ein Blick für den anderen oder einfach mal zuhören kann schon viel bewirken.
Von Churchill lernen wir: Worte sind motivierend. Worte, die in die Situation von jemandem hinein gesprochen werden und in ihm/ihr räsonieren. Worte, die der Person eine konkrete Handlungsanweisung geben.

Ich hoffe, das motiviert Sie!
Auch dazu, andere zu motivieren.

Wollen Sie’s gerne genauer wissen?

… dann ist dieses Video genau für SIE:

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Erfolg und Motivation in Zeiten der Veränderung

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Fußspuren: Wie wir mit Einzigartigkeit gestalten können.

Wünschen wir uns nicht alle, positive Spuren auf dieser Welt zu hinterlassen? Viele von uns lassen sich jedoch frühzeitig durch die äußeren Umstände von dem Gedanken abbringen, dass es möglich ist, auf individuelle Weise zu gestalten. Deshalb gleichen wir uns an, statt unsere Einzigartigkeit zu leben. 

Kürzlich habe ich dieses interessante Buch gelesen, in dem es genau um dieses Thema geht: Onlyness, Make your wild ideas mighty enough to dent the world.

Als Nilofer Merchant alleine in einem Cafe saß, nachdem sie von Zuhause weggelaufen war, um einer arrangierten Ehe zu entgehen, lag der Gedanke an ein zerbrochenes Leben näher als an positive Fußspuren auf diesem Planeten.

Sie entdeckte aber, dass es oft gerade unsere Verluste sind, die unsere Einzigartigkeit und damit auch unseren einzigartigen Beitrag ausmachen.

1. Verluste machen unsere Einzigartigkeit aus.

Ganz ehrlich, jede Niederlage, jeder Verlust, jedes nicht erreichte Ziel nervt.

Da ist erst mal nichts Schönes dran, wenn etwas nicht funktioniert.

Wenn ich meinen Motorradunfall, der mich in den Rollstuhl brachte, ungeschehen machen könnte, würde ich es sofort tun. Auch heute noch nervt mich jeder Auftrag, den wir nicht bekommen, und wenn Menschen sich dafür entscheiden, getrennte Wege zu gehen, tut das erst mal weh. Ich habe für meinen Geschmack schon zu viel Verlust erlebt.

Auch für Nilofer Merchant sollte der Verlust ihres Elternhauses nicht der einzige Verlust in ihrem Leben bleiben. Sie erlebte später schwere Niederlagen inklusive Jobverlust, … aber diese waren weitere Meilensteine zu ihrem heutigen Leben.

Es passiert natürlich nicht automatisch, dass aus negativen Erfahrungen gute oder sogar weltverändernde Ergebnisse herauskommen.

2. Wir können/müssen unserer Geschichte einen Sinn geben.

John Gardner: Sinn ist nichts, worüber man stolpert, wie über die Antwort auf ein Rätsel oder den Preis bei einer Schnitzeljagd. Sinn ist etwas, das du in dein Leben baust. Du baust ihn aus deiner Vergangenheit, aus Dingen, die du magst, aus Prägungen, die du von andern Menschen mitbekommst, aus eigenen Talenten, und dem eigenen Verständnis, aus Dingen, an die du glaubst, aus Menschen, die du liebst, aus Werten, für die du bereit bist, etwas zu opfern. Die Bestandteile sind da, aber du bist der Einzige, der sie zusammensetzen kann. (s. 35)

3. Einzigartigkeit heißt nicht Einsamkeit.

Wer unsere Welt prägen möchte, muss seinen Schmerz annehmen und seine eigene Geschichte schreiben. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass er das alleine tun sollte.

Wir Menschen sind nicht für’s Alleinsein gemacht. Das Coole ist, dass die Geschichten anderer Menschen immer wieder erstaunlich gut zu unserer eigenen Geschichte passen und dass wir uns so gegenseitig unterstützen können, unseren Beitrag zu leisten, ohne dass sich irgendjemand verleugnen muss.

Ich bin selbst gerade auf einer spannenden Reise, die mich an meinen Startpunkt im Business zurückführt. Damals hatte ich gerade meinen Master in Theologie mit einem Paper über Finanzethik abgeschlossen. Der klassische Weg wäre gewesen, dass ich als Pastor oder Lehrer irgendwie Vorträge und Seminare zu diesem Thema gehalten hätte. Mich zog es jedoch in die praktischen Day to Day Auseinandersetzungen der Business-Welt. Ich wollte sozusagen einen Proof of concept für die biblischen Prinzipien auf dem Spielfeld des Unternehmertums. Über meine Motivation habe ich als Unternehmer wenig gesprochen. Ich wollte einfach gute Arbeit machen und anderen Unternehmern helfen, mehr Freiheit zu gewinnen. Vielleicht werde ich das in der nächsten Zeit jedoch ändern. Bitte schreibt mir doch, ob euch interessiert was mich diesbezüglich bewegt. Ich freue mich auf den weiteren Austausch.

Weitere Videos zu Strategie, Business und Leben finden Sie hier: 

BLUE OCEAN STRATEGY – So schaffen wir eigene Märkte! https://arminruser.com/blue-ocean-strategy/

Wie wir besser nutzen können, was wir haben: https://arminruser.com/strategien-zum-gestalten-statt-jammern-im-business/

Wie wir praktische Wunder erleben können: https://arminruser.com/wunder/

 

Nachdenken – in schwierigen Situationen.

In schwierigen Situationen fällt es mir nicht immer leicht, die besten Gedanken zu denken. Wie geht es dir damit?

Gerade dann, wenn wir Kreativität am meisten brauchen würden, haben wir am wenigsten davon. Ziemlich ungeschickt, oder?

Der Grund dafür ist, dass in schwierigen Situationen oft Ängste mitspielen:

  • Angst vor finanziellen Verlusten
  • Angst vor persönlichem Versagen
  • Angst vor dem Verlust wichtiger Menschen
  • usw.

Ängste wiederum versetzen unser Gehirn in einen Zustand, in dem es nur noch 3 Dinge tun kann:

  1. angreifen
  2. fliehen
  3. tot stellen.

Wie du richtig erkannt hast, gehört „kreatives Denken“ leider nicht dazu.


Deshalb müssen wir es in schwierigen Situationen erst mal schaffen, aus diesem Panik-Modus heraus zu kommen. Dabei haben mir folgende Maßnahmen in unterschiedlichen Situationen sehr geholfen:

Ein Teller Spaghetti

In einer wirklich schwierigen Situation besuchte ich mal einen Freund, um ihn um Rat zu fragen. Er stieg jedoch überhaupt nicht auf meiner Problemschilderung ein. Als guter Italiener wusste er, dass es in dieser Situation zunächst auf eine gute Grundlage ankam. Er stellte mir deshalb die weise Management-Frage: „Wann hast du das letzte mal gegessen?“ Das war tatsächlich schon recht lange her. Im Stress vergeht mir nämlich tendenziell der Appetit. Also sagt er zu seiner Frau: „Komm, wir machen erst mal einen Teller Spagetti!“. Nach dem Essen konnten wir dann viel entspannter über meine Themen reden und ich zog fröhlich und mit viel mehr Klarheit weiter.

Die einfache Variante

Ich weiß nicht mehr, wo ich diese Frage her habe, aber sie hat mir schon oft geholfen: „What would it look like, if it were easy?“ (deutsch: Wie würde es  aussehen, wenn es einfach wäre?)

Mehr muss ich dazu wahrscheinlich gar nicht mehr schreiben.

Ich empfehle dir, es mir gleich zu tun, und diese Frage über deinen Schreibtisch zu hängen und in der nächsten schwierigen Situation über die Antwort darauf nachzudenken.

 

 

RPM Result / Plan / Massive Action

RPM kommt auch aus dem Englischen und steht für

  • RESULT (Ergebnis)
  • PLAN (Plan)
  • MASSIVE ACTION (maximale Umsetzung)

Ich habe diese Methode von Tony Robbins gehört und versuche sie mir seit einiger Zeit zueigen zu machen.

Der Prozess besticht durch seine Schlichtheit und die Handlungsorientierung – was meinem Persönlichkeits-Profil ziemlich gut entspricht. Ich liebe Ergebnisse!

Mit den gewünschten Ergebnissen geht der Prozess los.

Wir fragen uns also zunächst, was wirklich dabei herauskommen soll. Damit trennen wir uns von den Negativszenarien, über die sich das Nachdenken eh nicht lohnt, und richten unser Denken auf ein Ziel aus.

Anschließend entwickeln wir einen Plan.

Wir überlegen uns, welche Hindernisse auf dem Weg zum Ziel überwunden werden müssen, welche Ressourcen es dafür braucht, wer uns helfen kann usw.

Und zum Schluss fangen wir nicht nur ein bisschen an, sondern legen wir alles was wir haben in die Umsetzung. Im Bild des Radrennfahrers gesprochen, treten wir so kraftvoll in die Pedale, wie wir können.

Diese Methode ist in jedem Projekt hilfreich. In schwierigen Situationen hilft mir diese Klarheit, Einfachheit und Handlungsorientierung jedoch besonders.

… und falls der Plan mal nicht funktionieren sollte, machen wir eben einen neuen. Du weißt ja: [Tweet “„Plan B ist keine zweitklassige Alternative, sondern das nächsthöhere Level nach Plan A!“”]

Ich wünsche dir viel Erfolg und Ausdauer beim Überwinden deiner eigenen schwierigen Situationen!

Führung: Das Prinzip der Prioritäten

Was bedeutet es, das Prinzip der Prioritäten sinnvoll einzusetzen?

Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Bei vielen Entscheidungen im Leben und im Führungs-Alltag geht es nicht um RICHTIG oder FALSCH. Die Fragen klingen öfters so: „Was ist besser?“, „Was ist wirkungsvoller?“, „Wo haben wir größere Erfolgswahrscheinlichkeiten?“, „Was entspricht mehr unserer Kernkompetenz?“, …

Als wertvolles Führungswerkzeug für solche Entscheidungen beschreibt John Maxwell in seinen 21 Führungsprinzipen das Pareto Prinzip: „Wenn Sie sich vor allem auf die 20 % Ihrer wichtigsten Aktivitäten konzentrieren, werden Sie allein dadurch 80 % Ihres Umsatzes verbuchen können. Haben Sie beispielsweise zehn Angestellte, dann sollten Sie 80 % Ihrer Zeit und Aufmerksamkeit auf die beiden besten Mitarbeiter verwenden. (…) Und stehen 10 Punkte auf Ihrer persönlichen To-Do-Liste, wird Ihnen die Erledigung der beiden wichtigsten schon 80 % Ihrer Zeit wieder wettmachen.“ 

Es klingt plakativ, aber tatsächlich können wir ziemlich oft diesen 80/20 Unterschied feststellen und wenn wir ganz ehrlich sind, wird damit schnell klar was gerade unsere Priorisierung verdient.

Was die 80/20 Regel im täglichen Geschäft ist, ist eine grundlegendere Reflexion für die größeren Entscheidungen des Lebens. Wie ich das mache, beschreibe ich in folgendem Video:

 

Ja, letztlich geht es immer wieder darum, gute Entscheidungen zu treffen. Darüber habe ich mir auch anderer Stelle schon Gedanken gemacht und es wird wohl auch nicht mit diesem Blog-Artikel oder dem verlinkten Video aufhören. Dieser Artikel könnte dich auch interessieren:

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Ich wünsche dir viel Erfolg und gute Entscheidungen auf Grundlage von klaren Prioritäten.

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Führung: Das Prinzip der Dynamik

Jeder Seemann weiß, dass man nur ein fahrendes Schiff steuern kann. – Maxwell, John C.

Ich bin nicht besonders nah am Wasser gebaut. Aber wenn in einem Film das Leben eines Menschen eine positive Wende nimmt oder wie im „Club der Toten Dichter“ das Leben einer ganzen Gruppe von Jungs verändert wird, dann bekomme ich feuchte Augen.


In „Club der toten Dichter“ eröffnet John Keating (gespielt von Robin Williams) den jungen Männern durch kluge Inspiration eine völlig neue Welt. Er inspiriert sie, sich mit Poesie zu beschäftigen und Zivilcourage zu entwickeln. So entsteht eine Dynamik, die zu Beginn niemand hätte erahnen können.

Genau das tun Führungspersönlichkeiten. Sie entwickeln eine Dynamik, durch die Dinge möglich werden, die irgendwann ihr eigenes Vermögen bei weitem übersteigen.

Eine positive Dynamik ist kaum zu bremsen

Eine positive Dynamik ist – einmal in Gang gebracht – kaum noch zu bremsen. Deshalb hat unsere Basketball-Trainerin in der Schweizer Rollstuhlbasketball-Liga immer eine Auszeit genommen, wenn eine gegnerische Mannschaft mehrere Punkte in Folge erzielt hatte. Sie wusste, dass sie die Dynamik der Gegner nur mit einer Unterbrechung stoppen konnte.

In Unternehmen führt positive Dynamik zu Höchstleistungen der Mitarbeiter. In solchen Zeiten sollte die Führungskraft vor allem eins machen: aus dem Weg gehen, um den Flow nicht zu stören. Jeder Eingriff durch die Führungskraft sollte wohl überlegt sein und hat vor allem die Aufgabe, das Momentum aufrecht zu erhalten und Störfaktoren zu beseitigen.

Eine positive Dynamik macht Veränderung möglich

Durch gezielte Impulse kann die Energie einer positiven Dynamik auch für Veränderung genutzt werden. Wenn wenig Grunddynamik vorhanden ist, hat man es mit viel mehr Skepsis zu tun. Positive Dynamik beinhaltet hingegen schon automatisch mehr Offenheit für Veränderung.

Wer gerade erlebt, dass er großartige Ergebnisse erzielen kann, gewinnt normalerweise an Selbstsicherheit und ist offen für persönlich Veränderung.

Wer die wachsenden Anforderungen einer erfolgreichen Firma zu bewältigen hat, der erlebt mehr  Offenheit für Veränderung der Abläufe.

Wer erlebt, dass er mit Hilfe einer Führungskraft bereits vorhandene Produkte erfolgreich im Markt etablieren kann, bei dem steigt normalerweise die Offenheit für die Einführung neuer Produkte.

Wie kannst du in deinem Team, deiner Organisation oder deinem Unternehmen eine positive Dynamik und damit neue Möglichkeiten erzeugen?